Gespinstnest des Eichen-Prozessionsspinners an einer alten Eiche
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08 / Eichen-Prozessions­spinner

Eichen-Prozessions­spinner

Thaumetopoea processionea

Mikroskopisch feine Brennhaare bleiben in verlassenen Nestern über Jahre wirksam – auch wenn längst keine Raupe mehr zu sehen ist.

Nest sicher entfernen lassen Altnester sind ganzjährig ein Gesundheitsrisiko.

02 / Sichtbar und unsichtbar

Was man sieht – und was gefährlich ist.

Die langen Haare sind auffällig. Das eigentliche Gesundheitsrisiko geht von den mikroskopisch feinen Brennhaaren aus.

01
Makroaufnahme der langen sichtbaren Haare einer Eichen-Prozessionsspinnerraupe

Sichtbare Raupenhaare

Erkennbares Haarkleid
Erkennbar
lange schwarze und helle Haare
Funktion
sichtbares Haarkleid der Raupe
Risiko
nicht mit den eigentlichen Brennhaaren verwechseln
02
Mikroskopische Brennhaare des Eichen-Prozessionsspinners

Brennhaare

Thaumetopoein
Erkennbar
mit bloßem Auge nicht sichtbar
Struktur
fein, hohl und mit Widerhaken
Risiko
Reizung von Haut, Augen und Atemwegen

03 / Nicht selbst entfernen

Ein Staubsauger und eine Leiter reichen nicht.

Jede Erschütterung kann unsichtbare Brennhaare freisetzen. Bekämpfungsmaßnahmen dürfen nach Angaben des Umweltbundesamts nur von professionellen Anwendern durchgeführt werden.

Kein Abflammen – der Aufwind verteilt die Haare.

Vollständig geschützte Fachkraft saugt ein Gespinstnest an einer Eiche ab
01AtemschutzMindestens FFP2; bei höherer Exposition gebläseunterstützt.
02KorbbrilleGeschlossene Schutzbrille gegen feine Partikel.
03Schutzanzug Typ 4BGeschlossene Schutzkleidung und flüssigkeitsdichte Handschuhe.
04Staubklasse HMehrstufig gefilterte Absaugung für gefährliche Stäube.
Professioneller Industriesauger für gefährliche Stäube
Professioneller Industriesauger für gefährliche Stäube

04 / Die Gefahr bleibt

Die Raupe ist weg. Die Gefahr bleibt.

Brennhaare verbleiben in abgestreiften Larvenhäuten und Gespinsten. Nach Angaben von waldwissen.net bleibt ihre Wirksamkeit über mehrere Jahre erhalten – Wind und Berührung können sie noch Jahre später freisetzen.

  1. 01
    Gruppe von Eichen-Prozessionsspinnerraupen auf Eichenrinde

    Die Raupe

    Ab dem dritten Larvenstadium entstehen die mikroskopisch feinen Brennhaare.

  2. 02
    Verwittertes verlassenes Gespinstnest an einer Eiche

    Verlassenes Nest

    Nach dem Auszug bleiben Larvenhäute und unzählige Brennhaare im alten Gespinst zurück.

  3. 03
    Mikroskopische Aufnahme feiner hohler Brennhaare mit Widerhaken

    Unsichtbare Brennhaare

    Erschütterung und Wind verteilen die Härchen in Luft, Unterholz und auf Oberflächen.

05 / Gefahrenzeitraum

Wann es gefährlich wird.

Die ersten beiden Stadien sind noch harmlos. Ab dem dritten Larvenstadium steigt das Gesundheitsrisiko deutlich.

  1. Ende April / Anfang Mai

    Schlupf

    Erstes und zweites Larvenstadium – noch keine Brennhaare.

  2. Ab Ende Mai

    Brennhaare

    Ab dem dritten Larvenstadium werden die feinen Haare ausgebildet – nach Angaben des Umweltbundesamts.

  3. Mai bis Juli

    Hauptbelastung

    Raupen, Nester und die nähere Umgebung sind besonders kritisch.

  4. Ganzjährig

    Altnester

    Auch ohne Raupen bleiben alte Nester über mehrere Jahre wirksam.

06 / Zuständigkeit

Wer ist zuständig?

Entscheidend ist, auf wessen Fläche der befallene Baum steht und ob öffentlich zugängliche Bereiche gefährdet sind.

01Öffentliche Fläche

Kommune oder Kreis

Bei Parks, Schulen, Friedhöfen, Radwegen und Spielplätzen ist die zuständige Kommune oder der Kreis der erste Ansprechpartner.

  • Fundort absichern
  • Zuständige Stelle informieren
  • Standort und Baum eindeutig beschreiben
02Privatgrundstück

Eigentümer

Auf Privatgrundstücken veranlasst der Eigentümer die sichere Entfernung. Hausverwaltung oder Vermieter handeln für ihn.

  • Abstand zum Baum halten
  • Eigentümer oder Verwaltung informieren
  • Fachgerechte Entfernung beauftragen

07 / Fachprozess

So gehen wir vor.

Von der ersten Sichtung bis zur Kontrolle des Unterholzes bleibt der belastete Bereich konsequent abgesichert.

  1. 01

    Ortstermin

    Fachkraft kontrolliert eine hohe Eiche mit einem Fernglas

    Nester lokalisieren, Höhe, Zugänglichkeit und notwendigen Absperrbereich klären.

  2. 02

    Absperrung

    Abgesperrter Arbeitsbereich rund um eine befallene Eiche

    Gefahrenbereich großzügig absperren und unbeteiligte Personen fernhalten.

  3. 03

    Absaugung oder Fixierung

    Geschützte Fachkraft saugt ein Nest vom Eichenstamm ab

    Nest kontrolliert absaugen oder fachgerecht fixieren und entnehmen.

  4. 04

    Fachgerechte Entsorgung

    Nestmaterial wird mit Schutzhandschuhen sicher verpackt

    Entnommenes Material dicht und sicher für die vorgesehene Entsorgung verpacken.

  5. 05

    Kontrolle

    Fachkraft kontrolliert Stammfuß und Unterholz mit einer Lampe

    Baum, Stammfuß und Unterholz auf Restnester und herabgefallenes Material prüfen.

08 / Häufige Fragen

Häufige Fragen zum Eichen-Prozessionsspinner.

Klar · persönlich · fachlich

01Ich hatte Kontakt – was soll ich tun?

Die Gesundheitsbehörden empfehlen: Kleidung wechseln und bei mindestens 60 °C waschen, duschen, Haare waschen und die Augen nicht reiben. Bei Atemnot oder einer starken Reaktion sofort ärztliche Hilfe holen.

Quelle: Umweltbundesamt – Eichen-Prozessionsspinner

02Ist ein verlassenes Nest noch gefährlich?

Ja. In alten Nestern und abgestreiften Larvenhäuten können Brennhaare nach Angaben von waldwissen.net über mehrere Jahre wirksam bleiben und durch Wind oder Berührung erneut freigesetzt werden.

03Der Baum steht beim Nachbarn – wer ist zuständig?

Grundsätzlich ist der Grundstückseigentümer zuständig. Gefährdet der Baum öffentlich zugängliche Flächen, kann zusätzlich die Kommune einbezogen werden.

04Kann man einem neuen Befall vorbeugen?

Befallene Eichen können erneut betroffen sein. Eine regelmäßige Kontrolle ab Mai hilft, neue Nester früh zu erkennen und den Bereich rechtzeitig zu sichern.

Nest entdeckt?

Brennhaare sicher entfernen lassen.

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