Wühlmaus am Ausgang eines dunklen Erdtunnels
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07 / Wühlmäuse

Wühlmäuse

Arvicola amphibius · Microtus arvalis

Eine ruhige Diagnose in zwei Schritten. Nicht der Moment entscheidet – sondern die Veränderung.

Fund einordnen Vor jeder Maßnahme zuerst den Maulwurf ausschließen.

02 / Bestimmung

Wühlmaus oder Maulwurf?

Hügelform, Ausgang, Gangquerschnitt und Fraßspuren ergeben gemeinsam ein belastbares Bild.

01
Flacher unregelmäßiger Erdhaufen einer Wühlmaus im Gartenrasen

Wühlmaus

Arvicola amphibius (Schermaus) · Microtus arvalis (Feldmaus)
Haufen
flach und unregelmäßig
Ausgang
seitlich versetzt
Gang
hochoval, knapp unter der Oberfläche
Schaden
Fraß an Wurzeln, Knollen und Gemüse
02
Hoher runder Maulwurfshügel mit zentralem Auswurf

Maulwurf

Talpa europaea
Haufen
hoch, rund und locker
Ausgang
meist mittig unter dem Hügel
Gang
rund und häufig tiefer
Schaden
kein Fraß an Pflanzenwurzeln

03 / Die Morgenprobe

Die Morgenprobe – so geht’s.

Diagnose durch Veränderung: Öffnen Sie nur einen kurzen Abschnitt und prüfen Sie ihn am nächsten Morgen erneut.

  1. 01

    Gang finden

    Einen oberflächennahen Gang vorsichtig ertasten und handbreit öffnen.

  2. 02

    Unberührt lassen

    Die Stelle markieren, den Bereich freihalten und nicht weiter verändern.

  3. 03

    Veränderung lesen

    Ist der Gang wieder verschlossen, spricht das für ein aktiv genutztes System.

Handbreit geöffneter oberflächennaher Gang im Rasenetwa 6 cm
AbendsGang geöffnet und Stelle markiert
Am nächsten Morgen mit frischer Erde wieder geschlossener Gang
MorgensFrischer Verschluss weist auf Aktivität hin

Die Aussage entsteht erst durch die Veränderung.Wieder verschlossen = aktiver Gang.

04 / Beweise sammeln

Vier Spuren. Ein Muster.

Ein einzelner Erdhaufen reicht selten. Mehrere passende Hinweise machen die Bestimmung belastbarer.

  1. 01
    Flacher unregelmäßiger Erdhaufen in einem Gartenrasen

    Flacher Erdhaufen

    Niedrig, unregelmäßig und ohne den typischen zentralen Auswurfkrater.

  2. 02
    Seitlich versetzter ovaler Ausgang eines flachen Gartengangs

    Seitlicher Ausgang

    Der Gang mündet häufig seitlich versetzt unter dem Erdauswurf.

  3. 03
    Freigelegte Pflanzenwurzeln mit frischen Nagespuren

    Wurzelfraß

    Frische Nagespuren und fehlende Feinwurzeln zeigen die eigentliche Schadensursache.

  4. 04
    Welke Gemüsepflanze zwischen gesunden Pflanzen in einem Beet

    Pflanzenschaden

    Pflanzen welken oder lassen sich ungewöhnlich leicht aus dem Boden ziehen.

05 / Entscheiden

Zwei Wege. Sie entscheiden.

Wenn die Art sicher bestimmt und das aktive Gangsystem lokalisiert ist, lässt sich das weitere Vorgehen ruhig abstimmen.

01Selbst einordnen

Beobachten & schützen

Bei wenigen Spuren zuerst das Muster dokumentieren und gefährdete Pflanzen schützen.

  • Morgenprobe durchführen
  • Neue Haufen markieren
  • Neupflanzungen mit Drahtkörben schützen
  • Natürliche Feinde fördern
02Fachlich prüfen

Art & System klären

Bei unsicherer Bestimmung oder wiederkehrender Aktivität ist eine fachliche Einordnung sinnvoll.

  • Maulwurf sicher ausschließen
  • Aktive Gänge lokalisieren
  • Schadensausmaß bewerten
  • Zulässiges Vorgehen abstimmen

06 / Vorbeugen

Den Garten weniger einladend machen.

Vorbeugung schützt vor allem neue und besonders wertvolle Pflanzungen.

  1. 01

    Wurzelkörbe

    Obstgehölze, Stauden und Zwiebeln beim Pflanzen mit engmaschigem Draht schützen.

  2. 02

    Beobachten

    Neue Haufen und welke Pflanzen früh markieren.

  3. 03

    Lebensraum

    Sitzwarten und naturnahe Strukturen fördern natürliche Gegenspieler.

  4. 04

    Keine Verdrängung

    Schallgeräte, Fluten oder Geruchsstoffe lösen die Ursache meist nicht verlässlich.

07 / Prozess

Von der Spur zur Entscheidung.

Zuerst verstehen, dann gezielt handeln.

  1. 01

    Art bestimmen

    Haufen, Ausgang, Gangform und Fraßbild gemeinsam prüfen.

  2. 02

    Aktivität prüfen

    Mit der Morgenprobe tatsächlich genutzte Gänge erkennen.

  3. 03

    Risiko bewerten

    Schutzstatus, Fläche und Pflanzenschaden einordnen.

  4. 04

    Vorgehen abstimmen

    Zulässige Maßnahmen nachvollziehbar und maßvoll festlegen.

08 / Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Wühlmäusen.

Klar · persönlich · fachlich

01Wie unterscheide ich Wühlmaus und Maulwurf?

Wühlmaushaufen sind meist flacher, der Ausgang liegt seitlich und im Gang können Wurzelreste liegen. Maulwurfshügel sind eher hoch und rund; Maulwürfe verursachen keinen Fraß an Pflanzenwurzeln.

02Wie funktioniert die Morgenprobe?

Öffnen Sie einen verdächtigen Gang nur handbreit und kontrollieren Sie die Stelle am nächsten Morgen. Ein aktiv genutzter Wühlmausgang wird häufig wieder mit frischer Erde verschlossen.

03Darf ich einen Maulwurf fangen?

Nein. Der Europäische Maulwurf ist besonders geschützt. Auch eine Lebendfalle ist keine zulässige Alternative.

04Helfen Ultraschallgeräte oder Wasser?

Schallgeräte, das Fluten von Gängen und starke Geruchsstoffe zeigen meist keine verlässliche nachhaltige Wirkung.

05Wann ist eine fachliche Prüfung sinnvoll?

Bei unsicherer Artbestimmung, wiederkehrender Aktivität oder deutlichen Schäden sollte die Situation fachlich eingeordnet werden.

06Was kostet eine Einordnung?

Die Anfahrt beträgt 39,90 €. Ob und welche weitere Leistung sinnvoll ist, wird nach der Bestimmung transparent abgestimmt; einen Notdienstzuschlag gibt es bei uns nicht.

Gang wieder verschlossen?

Spur sichern. Art bestimmen.

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