Bekämpfung zulässig
Diese Art ist nicht besonders geschützt. Nach fachlicher Bestimmung und bei vernünftigem Grund (§ 39 BNatSchG) ist eine Bekämpfung zulässig – unter den geltenden Vorgaben (u. a. TRGS 540) und mit Sachkundenachweis.
Geschlossen · öffnet Mo 07:00 Uhr
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13 / Motten
Plodia interpunctella · Ephestia kuehniella · Tineola bisselliella
Die Quelle finden ist die ganze Arbeit.
Fund einordnen →Ein Mottenbefall in der Wohnung ist in den meisten Fällen ohne Fachbetrieb lösbar. Entscheidend ist nicht der einzelne Falter, sondern seine Quelle.R / Rechtsstatus
Vor jeder Maßnahme steht die Art. Was danach angeboten werden darf, richtet sich nach ihrem Schutzstatus.
Bekämpfung zulässig
Diese Art ist nicht besonders geschützt. Nach fachlicher Bestimmung und bei vernünftigem Grund (§ 39 BNatSchG) ist eine Bekämpfung zulässig – unter den geltenden Vorgaben (u. a. TRGS 540) und mit Sachkundenachweis.
02 / Artenvergleich
Die beiden Befallsbilder entstehen in unterschiedlichen Materialien. Gespinste in trockenen Lebensmitteln führen in die Küche; Fraßlöcher in tierischen Fasern führen zu Schrank, Teppichkante oder Dielenritze.


03 / Quellensuche
Der sichtbare Falter ist nur der Hinweis. Links führen Packungsfalze und trockene Ware zur Lebensmittelquelle; rechts liegen die entscheidenden Zonen oft unterhalb des eigentlichen Kleiderschranks.

Mehl, Müsli, Reis, Flocken und Backzutaten Packung für Packung prüfen.
Eier und Larven sitzen bevorzugt in Falten, dünnen Folien und Schrankfugen.
Auch selten genutzte Gläser, Gewürze und Trockenobst vollständig kontrollieren.
Offene oder lange gelagerte Futtervorräte gehören immer in die Suche.
Selten getragene Wollteile, Filz, Kaschmir und Strickwaren einzeln prüfen.
Naturmaterialien, Polsterfüllungen und Wollflusen liefern Keratin.
Unter ungenutzten Teppichen und an dunklen Kanten bleibt Befall lange unbemerkt.
Wollflusen in Fugen, unter Schränken und hinter Sockelleisten mit absaugen.
04 / Beweisarchiv
Vier einzelne Befunde sind belastbarer als der Falter an der Wand. Gespinst, Larve, Lochbild und Gespinströhre zeigen, welcher Suchpfad der richtige ist.

Feine weiße Gespinste verbinden Flocken, Mehl oder Nüsse zu kleinen Klumpen.

Larven verstecken sich in dünnen Falten, Ecken und Nähten – auch außerhalb der eigentlichen Ware.

Unregelmäßig verteilte Löcher mit aufgefaserten Rändern sprechen für einen Befall an tierischer Faser.

Eine seidige Röhre im Gewebe und Kot in ähnlicher Farbe wie der Stoff sind typische Kleidermottenhinweise.
05 / Werkzeuge
Nicht jedes Mittel hat dieselbe Aufgabe. Monitoring, Quellensanierung und biologische Begleitung dürfen nicht miteinander verwechselt werden.
Sie lockt und fängt nur männliche Falter. Damit zeigt sie Aktivität und Verlauf, beseitigt aber keine Eier, Larven oder Quelle.
Monitoring – keine BekämpfungBefallene Ware, Entwicklungsorte und Keratinquellen werden gefunden, entfernt und die Umgebung gründlich gereinigt.
Die entscheidende MaßnahmeTrichogramma parasitieren Motteneier. Gegen bereits vorhandene Larven oder Falter wirken sie nicht.
Begleitend – nie ohne Quellensuche06 / Biologische Begleitung
Schlupfwespen unterbrechen die nächste Generation am Ei. Sie sind vorbeugend oder begleitend sinnvoll, wenn der passende Zeitraum eingehalten und die eigentliche Quelle trotzdem entfernt wird.
Nur dieses Stadium wird parasitiert.
Bereits vorhandene Larven werden nicht erreicht.
Auch Puppen bleiben von Trichogramma unberührt.
Adulte Motten werden nicht bekämpft.
Einsatzdauer je Art
Kartenwechsel
alle 2–3 Wochen07 / Entscheidung
In Privathaushalten reicht die konsequente Quellensanierung meistens aus. Fachliche Einordnung wird dort sinnvoll, wo der Befall trotz vollständiger Maßnahmen wiederkehrt oder besondere Werte und Dokumentationspflichten betroffen sind.
08 / Selbsthilfe
Beide Wege folgen derselben Logik: vollständig ausräumen, Quelle finden, Entwicklungsorte reinigen und anschließend dicht lagern. Die relevanten Materialien unterscheiden sich.
Vorrat
Jede Packung herausnehmen und Arbeitsfläche für die Prüfung freimachen.
Auch ungeöffnete Papier- und dünne Folienverpackungen kontrollieren.
Befallene Ware verschließen und außerhalb der Wohnung wegwerfen.
Schrankkanten, Bohrungen, Beschläge und Rückwand gründlich erfassen.
Bei −19 °C mindestens 36 Stunden einfrieren oder auf 60 °C erhitzen.
Neue Vorräte in fest schließende Behälter umfüllen und regelmäßig prüfen.
Textil
Wolltextilien, Teppiche und Naturmaterialien einzeln herausnehmen.
Fraßstellen, Gespinströhren, Larvenhäute und selten genutzte Teile suchen.
Geeignete Textilien bei 60 °C waschen oder bei −19 °C mindestens 36 Stunden einfrieren.
Böden, Schubladen, Fugen und die Bereiche unter den Möbeln erfassen.
Sockelleisten, Teppichkanten und Wollflusen in Ritzen sind oft die eigentliche Quelle.
Selten getragene Wolltextilien anschließend sauber und luftdicht verwahren.
Konsequent bleiben: Ein verbliebener Falz, eine ungeprüfte Futterpackung oder Wollflusen unter dem Schrank können den Befall erneut starten.
09 / Vorgehen
Die Reihenfolge verhindert Aktionismus: erst den Befall einordnen, dann die Quelle entfernen, Werkzeuge gezielt einsetzen und den Verlauf lange genug kontrollieren.
Vorrat oder Textil anhand von Fundort, Material, Gespinst und Lochbild unterscheiden.
Alle wahrscheinlichen Packungen, Ritzen, Wollteile, Teppichkanten und Lagerzonen vollständig erfassen.
Quelle entsorgen oder behandeln, Entwicklungsorte reinigen und sichere Lagerung herstellen.
Fallen nur als Monitoring einsetzen und Wiederbefall über mehrere Wochen beobachten.
10 / Häufige Fragen
Klar · persönlich · fachlich
Sie werden meistens mit bereits befallenen trockenen Lebensmitteln oder Tierfutter eingeschleppt. Deshalb müssen auch ungeöffnete Packungen und selten verwendete Vorräte geprüft werden.
Typisch sind unregelmäßig verteilte Fraßlöcher in Wolle, Gespinströhren und kleine Kotpartikel in einer ähnlichen Farbe wie der Stoff. Die Larven ernähren sich von Keratin in Wolle, Haaren und Federn.
Reine Baumwolle und Kunstfasern enthalten kein Keratin und sind keine Nahrung für Kleidermottenlarven. Mischgewebe können jedoch tierische Fasern enthalten; außerdem können vorhandene Löcher andere Ursachen haben.
Pheromonfallen fangen nur männliche Falter und dienen deshalb vor allem dem Monitoring. Sie zeigen, ob noch Aktivität vorhanden ist, beseitigen aber weder Eier noch Larven oder die Quelle.
Geeignete Ware kann bei −19 °C für mindestens 36 Stunden eingefroren oder – materialabhängig – auf 60 °C erhitzt beziehungsweise gewaschen werden. Befallenes wird außerhalb der Wohnung entsorgt.
Bei Vorratsmotten etwa 10–12 Wochen und bei Kleidermotten etwa 12–15 Wochen. Die Kärtchen werden ungefähr alle zwei bis drei Wochen gewechselt. Die Quelle muss trotzdem entfernt werden.
Bei Motten in Wohnräumen ist die Quellensuche entscheidend. Das Umweltbundesamt rät von unnötigen Insektiziden ab; Sprays lösen weder befallene Ware noch versteckte Keratinquellen.
Wenn der Befall trotz vollständiger Sanierung zurückkehrt, mehrere Räume betrifft, ein Lebensmittelbetrieb Dokumentation benötigt oder wertvolle Textilien und Sammlungen gefährdet sind.
Die Anfahrt beträgt 39,90 €. Ob darüber hinaus eine fachliche Prüfung sinnvoll ist, hängt von Befallsumfang, Nutzung und Zugänglichkeit der vermuteten Quelle ab; einen Notdienstzuschlag gibt es bei uns nicht.
Mottenbefall kehrt zurück?